05.02.2010 | *jevp BE  | News

Interview mit Nadine Löffel, der jüngsten Grossratskandidatin

Sie ist die jüngste Kandidatin für den Berner Grossen Rat. Die 18-jährige Nadine Löffel aus Münchenbuchsee ist mit der Politik aufgewachsen: Der Vater der «Höfu»-Gymnasiastin ist EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel.

Kaum volljährig voll dabei.

Wer in den Grossen Rat des Kantons Bern will, muss am Wahltag, dem 28.März 2010, den 18.Geburtstag hinter sich haben. Kandidierende mit dem Jahrgang 1992 erfüllen dieses Limit ganz knapp.

Frau Löffel, Sie werden am 23.Februar 18-jährig und sind damit die jüngste Kandidatin für den Grossen Rat. Sind Sie ein Wunder-oder ein Musterkind?
Weder das eine noch das andere. Aber ich komme aus einer politisch sehr engagierten Familie.

Ruedi Löffel, der Geschäftsführer der EVP Bern, gilt nicht nur als Vater des Passivraucherschutzes, er ist auch ihr leiblicher Vater.
Darum erstaunt es nicht, dass sich wenigstens eine seiner vier Töchter in diese Richtung entwickelt.

Sie haben keine Chancen, Grossrätin zu werden. Steigen Sie Papa zuliebe als EVP-Listen-Füllerin in den Wahlkampf?
Nein. Ich unterstütze damit die EVP, die in meinem Wahlkreis Mittelland-Nord unbedingt ihre drei Sitze behalten will. Zugegeben, meine Wahlchancen sind bloss gering, aber ganz aussichtslos ist meine Kandidatur nicht.

Auf sicher haben Sie die Stimmen Ihrer Klassenkollegen am Gymnasium Hofwil.
Ich hoffe es. Eine Mitschülerin hat gesagt, dass sie politisch anders denkt als ich, sich aber mir zuliebe bei den Grossratswahlen für mich entscheiden wird.

Sympathie ist das billigste Wahlkampfmittel. Wie viel Geld investieren Sie in Ihre Kandidatur?
Ich beteilige mich zwar aktiv am Grossratswahlkampf der EVP. Weil ich noch kein Geld verdiene, kann ich mich finanziell nur wenig engagieren.

Grossräte verdienen jährlich etwa 15'000 Franken. Was würden Sie mit diesem hübschen Zustupf anstellen?
Das weiss ich noch nicht. Vielleicht würde ich einen Teil für später aufheben.

Für den «Höfu» lernen könnten Sie während der Ratssitzungen. Das merkt niemand.
Nein, das will ich nicht. Wenn ich gewählt würde, könnte ich auf das Verständnis der Gymerleitung zählen, müsste mir aber überlegen, ob ich ein Schuljahr anhängen soll.

Am Ende der vierjährigen Legislatur sind Sie 22 und ein anderer Mensch als heute mit 18. Wer Sie wählt, weiss nicht, wie Sie sich entwickeln.
Alle Menschen verändern sich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in vier Jahren vollständig andere politische Ansichten vertrete.

Diese Ansichten belegen Sie mit Ihrer Mailadresse. Sie endet auf jesus.ch. Dokumentieren Sie Ihre Religion auch sonst so plakativ?
Ich will niemanden bekehren, aber ich stehe zu meinem Glauben. Ich will die Schöpfung schützen und erhalten, und ich möchte, dass die Politik mehr als bisher durch christliche Werte beeinflusst wird.

Welche Themen wollen Sie sonst noch besetzen?
Nun, ich möchte, dass im Kanton Bern die Anliegen der Jugend stärker in die Politik einfliessen.Tönt schwammig.Lassen Sie mir etwas Zeit. Ich bin Einsteigerin und müsste mich im Grossen Rat erst noch einarbeiten. (Berner Zeitung)