*jevp lehnt die Todesstrafe ab

Ein Initia­tiv­ko­mi­tee hat bei der Bun­des­kanz­lei zur for­ma­len Prü­fung eine Initia­tive zur Wie­der­ein­füh­rung der Todess­strafe ein­ge­reicht. Die Initia­tive, deren genauer Wort­laut bis­her noch nicht bekannt ist, ver­langt die Todes­strafe für Morde mit sexu­el­lem Miss­brauch. Die Junge Evan­ge­li­sche Volks­par­tei betrach­tet die Todes­strafe als unwirk­sam, unmensch­lich und unwi­der­ruf­bar und ist daher gegen ihre erneute Ein­füh­rung.

Die Schweiz hat die Todes­strafe in Frie­dens­zei­ten 1942 abge­schafft. 1992 wurde dann auch die Todes­strafe zu Kriegs­zei­ten aus dem Mili­tär­ge­setz gestri­chen. Die Todes­strafe ist welt­weit umstrit­ten und ist unver­ein­bar mit den Men­schen­rech­ten. In den letz­ten 20 Jah­ren haben über 40 Staa­ten die Todes­strafe abge­schafft.

Die Todes­strafe ist unwirk­sam

Die von vie­len Befür­wor­tern der Todes­strafe vor­ge­brach­ten Argu­mente gel­ten als wider­legt. So konnte keine wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chung bele­gen, dass die Todes­strafe eine abschre­ckende Wir­kung hat. Im Gegen­teil: Zum Bei­spiel sank in Kanada die Mord­rate um knapp 24%, nach­dem die Todes­strafe abge­schafft wor­den war. Schwere Taten, die in eini­gen Län­dern mit der Todes­strafe geahn­det wer­den, gesche­hen meist unüber­legt, unge­plant oder im Affekt. Hier hat die Art oder Schwere der Strafe kei­nen Ein­fluss auf die Täter.

Die Todes­strafe ist unmensch­lich

Es gibt keine huma­nen Hin­rich­tungs­me­tho­den. Sie alle haben nur ein Ziel, näm­lich das Leben eines Men­schen aus­zu­lö­schen. Die Todes­strafe ver­un­mög­licht es dem Täter, für sein Ver­bre­chen zu büs­sen. Die Todes­strafe ein­zu­füh­ren würde heis­sen, glei­ches mit glei­chem zu ver­gel­ten, sich also auf die glei­che Stufe wie der Täter zu stel­len.

Die Todes­strafe ist unwi­der­ruf­bar

Jus­tiz­irr­tü­mer und Fehl­ur­teile sind auch mit sorg­fäl­ti­gen Unter­su­chun­gen nie ganz zu ver­hin­dern. In den USA wur­den seit 1973 139 zur Todes­strafe ver­ur­teile Men­schen frei­ge­las­sen, nach­dem sich her­aus­stellte dass sie unschul­dig waren (Stand März 2010). Die Todes­strafe öff­net der Will­kür Tür und Tor. In vie­len Län­dern zei­gen die Sta­tis­ti­ken, dass sie unver­hält­nis­mäs­sig oft gegen Arme oder Ange­hö­rige von Min­der­hei­ten ange­wen­det wird.

Aus die­sen Grün­den lehnt die *jevp die Wie­der­ein­füh­rung der Todes­strafe klar ab. Würde die Initia­tive tat­säch­lich zu Stande kom­men und darum eine Volks­ab­stim­mung nötig, würde die *jevp diese Initia­tive vehe­ment bekämp­fen.  

 

Bern, den 20. August 2010/td

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