Lex Chavalon durch die Hintertür: Jungparteien fordern Sie gemeinsam zum Handeln auf

Offe­ner Brief der Jung­par­teien: „Keine Lex Cha­va­lon durch die Hintertür“

Eine breite Alli­anz der Jung­par­teien hat heute einen Offe­nen Brief an die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung gesen­det. Der Bun­des­rat hat mit sei­ner Ver­ord­nung, die das Gas­kraft­werk Cha­va­lon ermög­li­chen wird, das Par­la­ment und die Mehr­heit der Kan­tone brüs­kiert. Noch in die­sem Som­mer hat das Par­la­ment eine „Lex Cha­va­lon“ deut­lich abge­lehnt. Der Bun­des­rat setzt mit die­ser Ver­ord­nung ein kli­ma­po­li­tisch bedenk­li­ches Signal.

Die Jung­par­teien sind empört über den Ent­scheid des Bun­des­ra­tes. Gas­kraft­werke stel­len gene­rell das Errei­chen der Kli­ma­ziele in Frage. Dass nun aus­ge­rech­net ein völ­lig unge­eig­ne­ter Stand­ort, der kei­ner­lei Abwär­me­nut­zung erlaubt, vom Bun­des­rat bevor­zugt wird, macht in ener­gie­po­li­ti­scher Hin­sicht kei­nen Sinn. Es gibt kei­nen schlüs­si­gen Grund, warum ein schlech­ter Stand­ort für Gas­kraft­werke pri­vi­le­giert behan­delt wer­den soll, nur weil an die­sem Stand­ort vor Jah­ren ein­mal ein längst still geleg­tes Ölkraft­werk betrie­ben wor­den ist.

 Insti­tu­tio­nell hat der Bun­des­rat mit die­sem Ent­scheid in skan­da­lö­ser Weise die gesetz­ge­be­ri­schen Kom­pe­ten­zen des Par­la­ments beschnit­ten. Meh­rere Red­ner im Natio­nal­rat wie­sen dar­auf hin, dass es mit dem Strei­chen der „Lex Cha­va­lon“ auch um das Sein oder nicht Nicht-Sein des Chavalon-Projekts ging. Im Stän­de­rat wies der Kom­mis­si­ons­prä­si­dent dar­auf hin, dass das Par­la­ment mit dem Strei­chen der „Lex Cha­va­lon“ den Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum des Bun­des­rats ent­spre­chend ein­ge­schränkt hat.

 Davon gänz­lich unbe­rührt hat der Bun­des­rat in der Ver­ord­nung einen tie­fe­ren Min­dest­wir­kungs­grad für das Pro­jekt Cha­va­lon fest­ge­legt und die­ses damit von der Nut­zung der Abwärme ent­bun­den. Die Jung­par­teien unter­stüt­zen die Motion „keine Lex Cha­va­lon durch Umge­hung des Par­la­ments“, wel­che mor­gen im Par­la­ment ein­ge­reicht wird. Diese muss sehr rasch im Rat zur Abstim­mung gebracht wer­den. Die Ver­ord­nung des Bun­des­ra­tes wider­spricht den kla­ren Ent­schei­den von National-und Stän­de­rat sowie der ableh­nen­den Hal­tung einer Mehr­heit der Kan­tone gegen­über einer Son­der­re­ge­lung für das Gas­kraft­werk Cha­va­lon. Vom Bun­des­rat for­dern die Jung­par­teien des­halb, dass er die ent­spre­chende Ver­ord­nung bis zum 31. Januar 2011 wie­der zurück­nimmt.

Junge CVP, Jung­frei­sin­nige, Juso, Junge Grüne, Junge EVP