Jugendverschuldung ernst nehmen!

Die tags zuvor angekündigte Überschuldung der *jevp aufgrund eines Konsumkredits war glücklicherweise bloss ein 1. April-Scherz. Für viele junge Menschen gilt es damit allerdings nicht zu spassen, da die Verschuldung gerade bei Jugendlichen und damit die Einschränkung der persönlichen Freiheit massiv ist.

Selbstverständlich hat die Junge Evangelische Volkspartei (*jevp) keinen Kleinkredit für die Nationalratswahlen 2007 aufgenommen. Tatsache ist jedoch, dass viele junge Menschen dem Motto „Konsumiere heute, bezahlen morgen!“ erliegen und auf leichtsinnige Art und Weise Kredite aufnehmen und auch ohne grössere Probleme erhalten, diese aber kaum noch oder nur unter grossen Anstrengungen zurückbezahlen können.

Das Ausmass der Jugendverschuldung hinterlässt immer deutlicher seine Spuren. „Die Politik und vor allem die Gesellschaft ist deshalb zum Handeln gezwungen“, meint dazu Roman Rutz, Co-Präsident der *jevp.

Politisch wurde die *jevp mit zwei Vorstössen im Parlament aktiv, welche von EVP-Nationalrat Walter Donzé in der Frühjahrssession eingereicht wurden. Darin fordert die *jevp, bei Konsumkrediten eine obligatorische Versicherung für den Fall eines Arbeitsplatzverlusts oder Arbeitsunfähigkeit einzuführen sowie bei der Kreditfähigkeitsprüfung die Kreditdauer von Personen bis 25 Jahren auf 24 Monate zu verkürzen.

Weiter fordert die Jungpartei, den Maximalzinssatz von heute 15% zu verringern und wenn möglich an den LIBOR-Zinssatz zu binden sowie ein obligatorisches Formular zur Kreditfähigkeitsprüfung einzuführen und somit die Budget- wie die Kostenberechnung der Kunden bei Aufnahme eines Kredits zu vereinheitlichen.

Dass diese Massnahmen alleine nicht genügen, ist sich die *jevp bewusst. Viele junge Menschen verschulden sich bei Kollegen oder in der Verwandtschaft. Der Effekt bleibt aber der gleiche wie bei einem Konsumkredit: Abhängigkeit, Zahlungsdruck und eine Verbauung der künftigen Entwicklungsmöglichkeiten sind die Folgen. Deshalb müssen auch Schulen, Gymnasien und Berufschulen die Thematik „Geld & Budget“ sowie die Folgen einer Ver­schuldung behandeln. „Wichtig ist, den Umgang mit Geld schon im frühen Alter zu lernen und die Thematik nicht als Tabu zu behandeln“, so Christian Minder, Vorstands­mitglied der *jevp Schweiz. „Dass in den Grundlagen für den Lehrplan 21 mit dem Fach­bereich Wirtschaft, Arbeit, Haushalt verstärkt auf diese Thematik eingegangen wird ist der richtige Weg und wird von der *jevp in der Vernehmlassungsantwort auch explizit begrüsst."

Die *jevp fordert die Politik, die Kirchen und die Gesellschaft auf, die Jugendverschuldung ernst zu nehmen und Schuldenfallen wo immer möglich zu vermeiden oder zu entschärfen. Die aufgrund des 1. April-Scherz eingegangenen Spenden wird die *jevp zur Erreichung dieses Ziels verwenden.

Zürich, den 2.April 2009/rr